Ein Plädoyer für das Einfache

Höher, weiter, schneller - Was reizt uns am Extremen? -  Menschen dabei zu beobachten, wie Sie sich immer größeren Gefahren aussetzen, um uns den nächsten Kick aufs Smartphone zu bringen. Gilt es nach diesem vermeintlichen Ideal zu streben? Anzeichen eines Wandels in der Szene sind bereits erkennbar und öffnen so manch neuen Blickwinkel.

Abseits der Piste vertreibe ich mir gerne die Zeit damit dem Powder-Spaß in der digitalen Welt zu frönen: Doch nach vielen der beliebtesten Videos kam ich ins grübeln: Wie können diese waghalsigen Tricks und Sprünge noch getoppt werden, geht es überhaupt noch krasser? Diese Frage ließ mich nicht mehr los und ich begann das bisher gesehene in neuem Licht zu betrachten.

Hochglanz & Perfektionismus pur

Obwohl ich mittlerweile unzählige Male die Produktion “Art of Flight” gesehen habe und ich beim Intro noch immer Gänsehaut bekomme, so stellte dieser tolle Film für mich doch einen nahezu unerreichbaren Höhepunkt dar:  Filmreif  inszeniert, Sekunden-genauer Schnitt und jeder Sprung, jede Abfahrt: makellos. Die Fahrer unnahbar und reduziert auf die technischen Fähigkeiten.

Die Story zählt

So gerne ich mir diese Meisterwerke an Produktions- und Schnittkunst anschaue, umso mehr schätze ich aber gerade einfachere Produktionen wie Claim! (aus 1999) oder den super spaßigen Transworld Short-Clip, die sich einfach nicht so ernst nehmen. Gerade der Umstand, dass solche Videos nicht in 4k Auflösung daherkommen und nicht ein krassen Sprung an den nächsten  reihen, macht sie so authentisch. Sie erzählen Geschichten von den Menschen und dem Spaß  im Schnee.

Zurück zu den Wurzeln

Ich glaube, dass sich Szene des Fun-Sports (egal ob auf Skiern oder dem Snowboard) im Wandel befindet: Vom Coolness-Faktor der Anfangsjahre, über das Ausreizen der Grenzen wie wir es heute kennen, hinzu den einfachen Dingen, dem Ursprung. Paradoxerweise bringt es gerade Travis Rice in the “Art of Flight” auf den Punkt (frei übersetzt)

... unser Leben ist digital geworden. Und unsere Freunde virtuell ...

Wenn wir das Echte wollen, reicht es nicht aus ständig die Welt durch die Brille andere zu sehen,

wir müssen uns selbst darum kümmern.

Deshalb plädiere ich dafür sich nicht an den Extremen zu orientieren, die uns tagtäglich auf unseren Bildschirmen vorgelebt werden, sondern die einfache Tatsache wertzuschätzen, mit unseren Freunden den Berg und den Schnee genießen zu dürfen. Und genau diesen Kern bringt für mich die tolle Produktion von Patagonia zum Vorschein. Lass Dich mitnehmen und die Gedanken wirken: